Schulinspektion und Zielvereinbarungen

Wir informieren Sie hier zunächst allgemein über die Schulinspektion und die daraus folgenden Zielvereinbarungen. Als weitere Seite finden Sie dann den Bericht über die konkret durchgeführte letzte Schulinspektion, den Abschlussbericht und die Zielvereinbarungen.

Schulinspektion landesweit

Seit Herbst 2006 führt Hessen landesweit Schulinspektio­nen durch. Die in den Medien häufig auch als »Schul-TÜV« bezeich­nete Schulinspektion dient vor allem dazu, die Qualität von Schulen zu sichern und nachhaltige Impulse für deren Weiterentwicklung zu geben. Dies geschieht dadurch, dass die Inspektorinnen und Inspektoren einen kritischen Blick von außen auf die Schule werfen und ihr eine Rückmeldung über festgestellte Stärken und Schwächen geben.

Bei der Schulinspektion wird die Schule stets als Ganzes betrachtet: von der Schulleitung bis zum Hausmeister, vom Pausenhof bis zum Computerraum, vom Schulprogramm bis zum Unterricht und den Schülerleistungen.

Der Hessische Referenzrahmen Schulqualität

Die Grundlage für die Arbeit der Inspektorinnen und Inspektoren bildet der Hessische Referenzrahmen Schul­qualität. Der Referenzrahmen, der im Internet unter www.iq.hessen.de abgerufen werden kann, ist die zentrale Be­zugsgröße für die externe Schulevaluation. Er schafft Klar­heit darüber, welche Qualitätsbereiche und -kriterien für die Schulentwicklung grundlegend sind. Der Referenzrahmen enthält Qualitätskriterien zu folgenden schulischen Quali­tätsbereichen:

■ Voraussetzungen und Bedingungen,

■ Ziele und Strategien der Qualtätsentwicklung,

■ Führung und Management,

■ Professionalität,

■ Schulkultur,

■ Lehren und Lernen,

■ Ergebnisse und Wirkungen schulischer Bildungs- und Erziehungsarbeit.

Er bietet den Schulen eine gute Orientierung und un­terstützt sie dabei, ihren eigenen Entwicklungsstand zu überprüfen und gezielt Schulentwicklungsprozesse an­zustoßen. Mit Blick auf seinen Nutzen in der Schule und für die Arbeit der Inspek­torinnen und Inspektoren unterliegt der Referenz­rahmen einer permanen­ten Überprüfung seiner Stimmigkeit und Hand­habbarkeit. Rückmeldun­gen der Inspektionsteams, der Lehrkräfte sowie von Experten der Bildungsfor­schung und -verwaltung sind Orientierungspunkte zur Weiterentwicklung des Qualitätsrahmens.

Die Inspektorinnen und Inspektoren

Die Schule wird von einem Inspektionsteam besucht, das in speziellen Fortbildungen für diese Aufgabe qualifiziert wur­de. Das Team besteht in der Regel aus zwei bis drei päda­gogischen Fachleuten aus Schulen, Studienseminaren oder Schulämtern. Die Inspektorinnen und Inspektoren evaluie­ren nur solche Schulen, mit denen sie nicht dienstlich oder privat in Verbindung stehen. Das Kernteam wird von Mit­gliedern aus dem pädagogischen Bereich gebildet; es kann jedoch durch Vertreterinnen und Vertreter der Elternschaft, der Wirtschaft oder der Wissenschaft ergänzt werden, die das Verfahren um eine außerschulische Perspektive berei­chern.

Ablauf einer Schulinspektion

Vorbereitung | Schulinspektionen werden rechtzeitig angekündigt und intensiv vorbereitet. Das IQ informiert die Schulen schrift­lich über Ziele, Verfahren und Ablauf der Inspektionen. Neben den Informationen erhalten die Schulen eine Liste der einzurei­chenden Dokumente und die Zugangscodes für eine Online-Befragung, an der Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern teilnehmen. Die Schullei­tungen bekommen außerdem ein Schulportfolio mit Daten aus der „Hessischen Schulstatistik“ und werden gebeten, die Anga­ben zu prüfen sowie ergänzende Fragen zu beantworten. Zu dem Datenmaterial, das die Inspektionsteams im Vorfeld sichten, gehören Schüler- und Lehrerzahlen, Ergebnisse von Vergleichsarbeiten und Abschlussprüfungen sowie die Quoten von Absolventen, Wiederholern und Wechslern. Auch das Schulprogramm, die Leitziele der Schule sowie die Ergebnisse interner Evaluation werden in die Analyse einbezogen. Auf diese Weise kann sich das Team schon vorab einen Eindruck von den Gegebenheiten an der Schu­le verschaffen.

Durchführung | Zur Durchführung der Inspektion gehören u.a. ein Gelände- und Gebäuderundgang zur Erfassung der Gestaltung sowie der Ausstattung der Fach- und Klassenräume. Bei den Schulinspektionen wird ein besonderes Augen­merk auf die Bewertung von Lehr- und Lernprozessen ge­legt. Daher nehmen Unterrichtsbesuche bei den Inspekti­onen einen breiten Raum ein. Bei diesen Besuchen steht jedoch nicht die Professionalität einzelner Lehrkräfte oder das Leistungsvermögen einzelner Lerngruppen im Zentrum des Interesses, sondern die Unterrichtsqualität der Schule insgesamt. Die Inspektionsteams wollen Einblick in den Unterrichtsalltag nehmen. Das Team ist daher bestrebt, einen möglichst umfassenden Eindruck von dem spezifischen Lernklima, das an der Schule herrscht, zu gewinnen. Zu diesem Zweck wer­den auch Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Eltern-, Schüler- und Lehrerschaft, mit der Schulleitung so­wie dem nichtpädagogischen Personal geführt. Die Schule erhält zudem die Gelegenheit, sich dem Inspektionsteam mit ihren Besonderheiten und Vorzügen zu präsentieren.

Der Inspektionsbericht | Nach der Inspektion verfassen die Inspektorinnen und In­spektoren einen Bericht. Er beschreibt auf der Grundlage der zuvor eingereichten Dokumente, der Auswertung der Fragebögen und der vor Ort erhobenen Daten und Beob­achtungen den Qualitätsstand der Schule. Dabei benennt er sowohl die Stärken als auch die Schwächen. Eine Auswertungskonferenz findet entweder im unmittelba­ren Anschluss an den Schulbesuch oder ca. sechs Wochen danach statt. In dieser Konferenz werden die Ergebnisse der Inspektion erläutert und der Bericht an die Schule und das Staatliche Schulamt übergeben. Auf Wunsch kann dem Inspektionsbericht auch eine schriftliche Stellungnahme der Schule oder des zuständigen Staatlichen Schulamtes bei­gefügt werden. Mit der Übergabe des Berichts endet die Arbeit der Schulinspektorinnen und -inspektoren.

Zielvereinbarungen | Auf der Grundlage des Inspektionsberichts treffen die Schule und das zuständige Staatliche Schulamt Zielvereinbarungen und verständigen sich darüber, welche Maßnahmen von wem bis wann ergriffen werden, um die Qualität der Schule nachhaltig weiterzuentwickeln. Bei der Umsetzung wird die Schule von ihrem Schul­amt beraten und unter­stützt. Inwiefern und in­wieweit sich eine Schule gegenüber dem vorangegangenen Inspektionster­min verändert und weiter­entwickelt hat, ist für die darauffolgende Schulins­pektion grundlegend.

Weitere Informationen zur Schulinspektion in Hessen finden Sie im Internet unter www.iq.hessen.de.