|c| Schulkultur, Lern- und Aufgabenkultur

Das breit gefächerte Nachmittagsangebot, das neben dem sportlichen, künstlerischen und naturwissenschaftlichen auch den sprachlichen Bereich umfasst, bietet den Schülerinnen und Schülern einen Freiraum zur selbstständigen und individuell unterstützten Erweiterung bzw. Vertiefung ihrer Kenntnisse entsprechend ihren Interessen bzw. ihrem Förderungsbedarf. Eventuelle Defizite und Verständnisprobleme werden den Schülerinnen und Schülern durch eine regelmäßig durchgeführte Selbstdiagnose ermöglicht, in dem Fach Mathematik und den naturwissenschaftlichen Fächern wurde sie stark an das SINUS-Programm angelehnt, das jetzt durch KU-Projekte abgelöst ist. Vor allem durch die teilweise Vernetzung und Ergänzung, die die Nachmittagsangebote an der Freiherr vom Stein Schule in Immenhausen für den Unterricht darstellen, wird die Schul-und Lernkultur über das Ende des Pflichtunterrichts ausgedehnt. Die Schülerinnen und Schüler lernen die Möglichkeit des fächerübergreifenden bzw. -verbindenden Unterrichts, die längerfristige Arbeit in Projekten, den Umgang mit nicht unterrichtsgegenständlichen Medien und Inhalten sowie die Arbeit in Gruppen bzw. Teams kennen. Sie werden zu selbstständigem Lernen und der Erweiterung ihrer sozialen Kompetenzen angeregt, was sich als Bestandteil der Lernkultur positiv auf den Pflichtunterricht auswirkt. Für den Zeitraum der siebten Stunde und der Mittagspause eröffnet die Hausaufgabenhilfe den Schülerinnen und Schülern das Angebot, die kompetente Unterstützung der Betreuerinnen und Betreuer bei ihren Aufgaben in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus bietet die an drei Tagen geöffnete Bibliothek einen Raum für mögliche Recherchearbeiten oder ruhiges Arbeiten in der Mittagspause.

Neu ist die Umstrukturierung der Hausaufgaben. Aus Haus-Aufgaben werden Lernzeiten in der Ganztagsschule. Aus Hausaufgaben werden Aufgaben in LERNZEITEN an verschiedenen Orten, sie sind als Übungen und Vertiefung auch integrierter Bestandteil des Unterrichts. Nach Möglichkeit sind sie individuell differenziert und anregend, nutzen unterschiedliche Medien und Arbeitsformen. Das klassische Lernen von Vokabeln und Regeln, das Lesen von Texten und Fertigstellen von Aufgaben aus dem Unterricht bleibt auch weiterhin Hausaufgabe. Ebenso Recherche und Erstellen von Referaten, die aber auch in freien Zeiten und Räumen der Schule erledigt werden können. Gerade die LernZeiten am Vormittag sollen helfen, Gruppenarbeiten mit Kindern aus unterschiedlichen Ortsteilen zu ermöglichen. Außerdem sehen wir darin auch einen Zugewinn in der Chancen- und Bildungsgerechtigkeit, da sich Schülerinnen und Schüler ohne heimische Hilfsmöglichkeiten des Wissens der Mitschülerinnen und Mitschüler, aber auch der Pädagogen bedienen können. Übungsaufgaben, Schreiben und Vertiefen soll in die Schulzeit integriert sein. Dadurch soll erreicht werden, dass nicht zu viel Unterrichtszeit durch das Kontrollieren von Hausaufgaben genutzt werden muss. Wir definieren LernZeiten dabei sowohl als verpflichtende Zeiten im Stundenplan (LernZeitPlus), Wahlangebote am Nachmittag (LernZeitExtra) und individuelle Zeiten (LernZeitBasis).

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Diese Veränderung geht darauf ein, dass Schülerinnen und Schüler Hausaufgaben bisher oft widerwillig, oberflächlich, unvollständig, mechanisch angefertigt, wenn nicht gar von Mitschülerinnen und Schülern abgeschrieben haben. Außerdem stellen nicht verstandene Hausaufgaben eine Belastung für Schüler und Eltern dar. Der erhoffte und bewirkte Lernerfolg bleibt so fragwürdig, eine Einbeziehung in den Unterricht ist oft durch zu viele Fehler und nicht gemachte Aufgaben unmöglich. Wir unterscheiden dabei drei verschieden geprägte Lernzeiten.

 

LernZeitBasis LernZeitPlus LernZeitExtra
Jeder Schüler, jeder Schülerin hat die Möglichkeit, Aufgaben zu Hause, während Pausenzeiten, vor dem Unterricht und in Freistunden zu erledigen. Diese Tätigkeit, wie auch eine aktive Mitarbeit im Unterricht, das Wahrnehmen der Übungsangebote und selbstständiges Lernen sind die Basis. Zwei unterschiedliche Lernzeiten werden durch den Klassenlehrer im Rahmen des Ganztags verbindlich angeboten.A.Klassenlehrerstunde für Soziales Lernen (1.Std.) (Klassenrat, LionsQuest etc.)

B.Klassenlehrerstunde für Aufgaben/Übungen (1. Stunde) (Wochenplan, Arbeit im individuellen Förderordner, Hausaufgaben, Projektarbeit, Methodenlernen, Selbstorganisiertes Lernen SOL) Hier bietet der Klassenlehrer Hausaufgabenbetreuung an, ist Moderator und individuelle Ansprechperson. Er gibt keine eigenen Aufgaben, vielmehr werden in dieser Zeit Aufgaben aus dem Unterricht bearbeitet, fertiggestellt oder vertieft.

Zusätzlich können Schülerinnen und Schüler verschiedene Angebote annehmen. Dazu gehört die Hausaufgabenhilfe, die zwischen 12.30 und 14.50 Uhr angeboten wird. Hier können die Aufgaben unter Aufsicht und mit individueller Hilfe weiter bearbeitet werden. Für die Hauptfächer stehen außerdem Nachhilfeangebote zur Verfügung sowie Vorbereitung auf die Abschlussprüfungen und spezielle Übungsstunden in Französisch (DELF und Vorbereitung auf den Frankreichaustausch).

 

Eine Besonderheit stellen die VORHABENWOCHEN dar. Sie wurden im Rahmen des FAHRTENKONZEPTES entwickelt und bündeln in besonderen Wochen Klassen- und Studienfahrten, Schneesportwoche und Berufspraktika, Exkursionen und Projektwochen, Prüfungs- und Präsentationszeiten. In diesen Wochen findet in besonderer Weise projektorientierter Unterricht statt. Im Vordergrund soll dabei das selbstständige Arbeiten der Schüler stehen. Während der Vorhabenwochen ist der normale Stundenplan aufgehoben, er wird in jeder Klasse, in jedem Jahrgang individuell gestaltet. Die Vorhaben finden innerhalb der Klasse oder des Jahrgangs statt, den Jahrgangsteams kommt deshalb eine große Bedeutung zu. Seit dem Schuljahr 2011/12 findet der PRAXISTAG statt. Die Schülerinnen und Schüler im Jahrgang H9 gehen dabei einen Tag in der Woche komplett in Betriebe. Die Schüler sollen – analog zum Betriebspraktikum – an diesem Tag bis zu 6 Zeitstunden im Betrieb verbringen. Der Praxistag stellt ein 2.Betriebspraktikum dar. Er kann für einige Schüler eine unmittelbare Berufsorientierung und einen Einstieg in die Ausbildung bedeuten. Es ist ein Berichtsheft zu führen und am Ende des Halbjahres eine Präsentation zu erstellen. Die Betreuung und Begleitung findet durch den Berufseinstiegsberater und Arbeitslehrelehrer/innen statt. Insgesamt gibt es eine Vielzahl von ganztägiger Arbeiten, die fächerübergreifend und projektorientiert die Schulkultur prägen. Dazu gehören: Schulsozialarbeit , Trainingsraum, Schulsanitäter, Entspannungsraum, Streitschlichter, Buddy-Projekte, Drogenprävention, Busbegleiter, Kompo7, Präventionstage „Gesunde Schule“, Gewaltprävention „PiT“ (Prävention im Team), Berufseinstiegsbegleiter, Praxistag, Berufspraktikum, Vorhabenwochen (Projekttage, Exkursionen, Workshops, Studienfahrten, Projektarbeit und –wochen…), Kompaktkurse (Tennis, Young Americans).