Lese-Café in Immenhausen war interessant: Nach Lesung zieht Autorin nach Krakau

Die junge Autorin Alexandra Tobor lockte dreißig Besucher in die stimmungsvoll als Café dekorierte Stadt- und Schulbücherei Immenhausen. Zum 3. Lesecafé war eingeladen worden. Nach einführenden Worten über ihre Erlebnisse in verschiedenen Flüchtlingslagern, die sie anschaulich mit Fotos illustrierte, las sie aus ihrem ersten Buch. Aus ihren eigenen Erfahrungen und Erinnerungen rekonstruierte die Autorin ein sehr lebendiges Bild ihrer Grundschulzeit in Westdeutschland. Als kleines 6-jähriges polnisches Mädchen vom Lande kam sie mit den Eltern in die „BRD“ der 80er Jahre. Alexandra Tobor, geboren 1981, verbrachte ihre ersten acht Lebensjahre in Polen, bevor sie mit ihrer Familie nach Deutschland aussiedelte. Nach dem Studium der Soziologie und Kunstgeschichte lebt die freie Autorin in Augsburg und produziert u.a. den Sachbuch-Podcast „In trockenen Büchern“.

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In dem Buch „Sitzen vier Polen im Auto“, aus dem sie in Immenhausen las, geht es um die achtjährige Alexandra, die 1989 mit ihrer Familie im polnischen Fiat nach Deutschland flieht. Mit dem Beherrschen der deutschen Sprache wuchs auch ihre Liebe zur neuen Heimat, so dass sich ihr Kindheitswunsch Schriftstellerin zu werden, am Ende erfüllte. Eine unbestimmbare Sehnsucht zieht sie aber doch, im Gegensatz zu ihren Eltern, wieder zurück nach Polen. Und so verriet sie den gespannten Zuhörerinnen und Zuhörern in Immenhausen: Gleich im Anschluss an diese Lesung zieht sie für einige Zeit nach Krakau um das Leben dort auszuprobieren. „Es war ein gelungener Nachmittag, der mit viel Beifall für die Autorin schloss“, so Nicole Guse und Maren Herr, die den Nachmittag liebevoll organisiert hatten.

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